K5: Abschied vom Walde

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Text: Joseph von Eichendorff (1810), Musik: Felix Mendelssohn-Bartholdy (1843)

  1. O Täler weit, o Höhen, o schöner grüner Wald, du meiner Lust und Wehen andächt´ger Aufenthalt! Da draußen, stets betrogen, saust die geschäft´ge Welt; schlag noch einmal die Bogen um mich, du grünes Zelt.
  2. Im Walde steht geschrieben ein stilles, ernstes Wort vom rechten Tun und Lieben, und was des Menschen Hort. Ich habe treu gelesen die Worte, schlicht und wahr, und durch mein ganzes Wesen ward´s unaussprechlich klar.
  3. Bald werd ich dich verlassen, fremd in die Fremde gehn, auf buntbewegten Gassen des Lebens Schauspiel sehn. Und mitten in dem Leben wird deines Ernsts Gewalt mich Einsamen erheben, so wird mein Herz nicht alt.
  4. Wenn es beginnt zu tagen, die Erde dampft und blinkt, die Vögel lustig schlagen, daß mir dein Herz erklingt: Da mag´s vergehn, verwehen das trübe Erdenleid, da sollst du auferstehen in junger Herrlichkeit.

Hinweis

Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.