G2: Hoch auf dem gelben Wagen

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Text: Rudolf Baumbach (1879), Musik: Heinz Höhne (1922)

  1. Hoch auf dem gelben Wagen sitz ich beim Schwager vorn. Vorwärts die Rosse traben, lustig schmettert das Horn. Felder und Wiesen und Auen, wogendes Ährengold. Ich möchte ja so gern noch schauen, aber der Wagen, der rollt. Ich möchte ja so gern noch schauen, aber der Wagen, der rollt.
  2. Postillion in der Schenke füttert die Rosse im Flug. Schäumendes Gerstengetränke reicht mir der Wirt im Krug. Hinter den Fensterscheiben lacht ein Gesicht so hold. Ich möchte ja so gern noch bleiben, aber der Wagen, der rollt. Ich möchte ja so gern noch bleiben, aber der Wagen, der rollt.
  3. Flöten hör ich und Geigen, lustiges Bassgebrumm. Junges Volk im Reigen tanzt um die Linde herum, wirbelt wie Blätter im Winde, jauchzet und lacht und tollt. Ich bliebe ja so gern bei der Linde, aber der Wagen, der rollt. Ich bliebe ja so gern bei der Linde, aber der Wagen, der rollt.
  4. Sitzt einmal ein Gerippe dort bei dem Schwager vorn, schwenkt statt der Peitsche die Hippe, Stundenglas statt des Horns, sag ich: „Ade nun, ihr Lieben, die ihr nicht mitfahren wollt, Ich wäre ja so gern noch geblieben, aber der Wagen, der rollt. Ich wäre ja so gern noch geblieben, aber der Wagen, der rollt.“

Hinweis

Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.